Planung ist alles – Reisen und Leben mit einer Allergie in Norwegen

Damit Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis eine schöne Zeit in Norwegen verbringen können, ob sie auf Urlaub dahin reisen, oder besser noch, sich im Land niederlassen wollen, ist eine genaue und gut überlegte Vorplanung wichtig.

Da jeder Patient „sein“ Asthma und „seine“ individuelle Allergie hat, stellt er auch unterschiedliche Anforderungen an Trockenheit oder Feuchte von Luft und Böden, an Höhenlage, Luftströmung, Temperatur, Staubfreiheit und Sonnenscheindauer. Bei dieser Vielzahl von Faktoren, die das Klima bestimmen, wird deutlich, dass es ein generell günstiges Klima, in dem jeder Asthmatiker oder Allergiker befreit aufatmet, nicht geben kann.

 

Das Klima ist wichtig

 

Für einen erholsamen Aufenthalt herrscht je nach vorliegender Allergie ein für Allergiker freundliches Klima an der See, auf Hochseeinseln oder im Gebirge mit mittleren Höhen von 1.500 bis 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. See und Gebirge bieten geringen bis gar keinen Pollenflug, im Gebirge liegen außerdem keine bis minimale Allergenbelastungen von Schimmelpilzen und Hausstaubmilben vor. Eine gute Idee ist es vorab zu prüfen ob Ihr Allergen in Norwegen vorkommt.

Einige Regionen messen regelmäßig die Pollenbelastung vor Ort und informieren darüber im Internet. Befragen Sie das Fremdenverkehrsamt oder Touristenbüro der jeweiligen Region.

 

Tipps zur Auswahl der Urlaubsregion

 

Für Hausstaubmilbenallergiker ist trockenes und kühles Hochgebirgsklima besonders günstig. Ab einer Höhe von rund 1.500 m werden Hausstaubmilben nicht mehr angetroffen.
Für Pollenallergiker: Die Nordsee garantiert bei Nordwestwind Beschwerdefreiheit, da die Pollen von der Küste weggeweht werden. Günstig ist natürlich auch in ein „pollenfreies“ Gebiet zu reisen, in dem diese nicht mehr fliegen oder vegetationsbedingt gar nicht vorkommen. Erkundigen Sie sich nach Kreuzreaktionen innerhalb der Pflanzenfamilien. Haben Sie eine Pollenallergie und möchten besondere Vorkehrungen treffen, dann gibt es eine Vielzahl an passenden Produkten, die schnelle Abhilfe schaffen können.

Neurodermitiker: Das Klima an Ost- oder Nordsee mit salzhaltiger Luft und Sonnenschein kann der Haut sehr gut tun. Ein Aufenthalt sollte allerdings mindestens 14 Tage betragen. Beim Aufenthalt im Hochgebirge muss aufgrund der geringeren Luftfeuchtigkeit mit einer stärkeren Austrocknung der Haut gerechnet werden.

 

 

Wie finden Allergiker eine passende Unterkunft?

Allergikerfreundliche Unterkünfte sind nicht selbstverständlich, aber finden eine zunehmende Bedeutung. Ein Hotel stellt sich in der Regel nicht pauschal auf alle Allergiker ein, da es zu viele verschiedene Allergien gibt und der Anbieter nicht allen Wünschen gerecht werden kann. Bei Hotels oder Ferienunterkünften, die mit Angeboten für Allergiker werben, sollte der Gast daher immer klären, ob seine eigenen Ansprüche an die Unterkunft berücksichtigt werden können.

Checkliste mit möglichen Fragen:

 

  • Lassen sich die Fenster zum Lüften öffnen?
  • Kann das Bad belüftet werden? (ohne Fenster steigt die Möglichkeit für Schimmelpilzbefall).
  • Welche Matratzen sind in den Zimmern? Kann man sie mit einem (eigenen) Encasing – also einer milbenallergendichten Schutzhüllen – ausstatten? Dies ist bei Boxspringbetten zum Beispiel kaum mö
  • Haben die Zimmer einen Bodenbelag aus glattem, wischbarem Material?
  • Gibt es Nichtraucher-Zimmer? Sind diese in einem eigenen Flur abgetrennt?
  • Sind Tiere im Haus erlaubt? Wenn ja, sind die Zimmer in einem eigenen Flur/Trakt abgetrennt?

Urlaub in den Bergen ohne Beschwerden

Wer sich für die See nicht begeistern kann und bei Urlaub an Bergtouren und rauschende Bäche denkt, der kann an Orten im Hochgebirge Erholung finden. Denn Dank der Höhenlage ist die Luft extrem pollen-und schimmelpilzsporenarm. Egal ob Milben- oder Pollenallergiker — beiden Gruppen ist dort geholfen. Denn oberhalb der 2000-Meter-Grenze nimmt die Pollenbelastung stark ab. Selbst Pollen, die dort vorkommen, sind weniger lange unterwegs. Meist dauert eine Pollensaison nur zwei Wochen an.

 

Wir hoffen, dass diese Tipps Ihnen weiterhelfen konnten und Sie somit einen beschwerdefreien Aufenthalt in Norwegen einen Schritt näher gekommen sind!