Handwerk und Arbeit — der Rückhalt einer Wirtschaft

Spricht man über das Handwerk, kommt einem leicht der Liedermacher Reinhard Mey in den Sinn, denn der sang einst: „Ich bin Klempner von Beruf, ein dreifach Hoch dem der dies gold’ne Handwerk schuf!“

Aber was ist eigentlich das Spannende am Handwerk? Wer einen handwerklichen Beruf ausübt, der sieht am Ende greifbar, was er geschaffen hat. Gleich, ob Bäcker, Fleischer, Maler, Tischler oder Zimmermann — sie alle bearbeiten etwas und am Ende ist ein Resultat, wie etwa beim Tischler, Restaurator oder Zimmermann, meist noch nach Jahren sichtbar. Dies macht den Handwerker stolz, und Handwerker verspüren in der Regel mehr Erfüllung bei ihrer Arbeit als andere Berufe.

Menschen, die tagtäglich vor dem Monitor sitzen und tippen, recherchieren oder klicken, verspüren danach nicht selten die Lust, etwas mit ihren Händen zu tun wie etwa Tischlern, Kochen oder Backen. Das ist Handwerk in der Freizeit.

Tradition und Fortschritt

Das Handwerk hat eine jahrhundertelange Tradition. In den Anfangsjahren wurde im Handwerk vorwiegend mit den Händen gestaltet und daraus sind wunderbare Arbeiten entstanden, die wir noch heute in der einstmaligen Baukunst finden. Noch heute lernen Handwerker traditionelle Techniken. Im Zeitalter neuer Technologien hat das, was das Handwerk einst ausgemacht hat, etwas an seiner Faszination verloren. Es kommen zwar noch traditionelle Werkzeuge zum Einsatz, jedoch werden diese zum großen Teil durch computergesteuerte Prozesse abgelöst.

In nahezu allen handwerklichen Berufen wird an den alten Traditionen festgehalten und nach Bestellung gefertigt. Ein Beispiel ist das Schuhmacher-Handwerk. Schuhe werden hier nach alter Handwerkskunst von Hand gestochen und rahmengenäht, was sie besonders macht. Diese wichtigen Arbeitsschritte werden jedoch in den heutigen Prüfungen nicht mehr gefordert. Schuhe nach alter Handwerkskunst sind sehr hochwertig und lange haltbar. Selbstverständlich haben diese Einzelanfertigungen auch ihren Preis. Der Hersteller der Sportschuhe Nike verzeichnet schon seit Jahren einen globalen Wachstumsmarkt, denn trendige Nike Schuhe sind beliebt, gerade bei sportlich Aktiven. Durch die Vielzahl an verkauften Schuhen sind diese natürlich auch erschwingbarer.

Vom Gesellen zum Handwerker

Auch heute noch sind Handwerksbetriebe häufig Familienbetriebe. Es wird von Hand gefertigt und teilweise übernehmen Maschinen einen Teil der Arbeit. Produkte werden in der Regel auf Bestellung angefertigt.

Wer einen Handwerksberuf erlernen möchte, hat etwa nach drei bis dreieinhalb Jahren mit der Gesellenprüfung seinen Abschuss. Handwerker können sich anschließend noch weiterbilden und die Meisterprüfung absolvieren. Sie können in einem Betrieb arbeiten oder selbst einen Handwerksbetrieb eröffnen.

Das Handwerk hatte im 12. und 13. Jahrhundert seine Hochzeit. Früher gingen viele Handwerksgesellen auf Wanderschaft. Auch heute ist es noch üblich, „auf die Walz zu gehen“, was jedoch von den wenigsten in Anspruch genommen wird.

Alte Handwerke

Zu den uralten Handwerksberufen gehören der Schmied und der Schreiner. Auch der Böttcherberuf, der Behälter und Gefäße größtenteils aus Holz herstellt, ist altes Handwerk. In Deutschland gibt es jedoch nur noch wenige davon.

Alte Handwerksmeister sind die Holz-Spielzeugmacher, die man vorwiegend im Erzgebirge findet. Das Gute ist: Viele der alten Handwerke erleben derzeit wieder eine kleine Renaissance.

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